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Pressespiegel: Kritik undAnerkennung

 

Bibel für die Hosentasche

Das Jahr 2003 ist nicht nur EU-Jahr der Behinderten - das Journal berichtete bereits ausführlich darüber-, sondern auch das "Jahr der Bibel". Auch dazu wird es in den diesjährigen Ausgaben des Journals immer wieder Meldungen und Informationen geben.

Eine Aktion richtet sich vor allem an die Kinder im Vor- und Grundschulalter und soll daher an dieser Stelle etwas hervorgehoben werden. Um den Fünf- bis Neunjährigen einen völlig neuen altergerechten Zugang zur Bibel zu eröffnen, hat ein Arbeitskreis von Religionspädagogen aus Schule, Kirche und Universität das "Projekt Hosentaschenbibel" entwickelt. Eine 7,5 mal 7,5 Zentimeter kleine wasser- und reißfeste, ausschließlich mit Bildern gestaltete Mini-Kinderbibel im Hosentaschenformat soll in Deutschland, Indien und einigen afrikanischen Ländern verteilt werden. Das Büchlein ist strapazierfähig und daher bestens dazu geeignet, mit anderen "Schätzen" zusammen griffbereit in der Kinderhosentasche herumgetragen zu werden.

Die den Bildern der Mini-Bibel zugehörigen Geschichten sind in einer Arbeitshilfe kindgerecht aufbereitet - wer will, kann also zu den Bildern mehr erfahren. Die Hosentaschenbibel und der Kalender sind zu beziehen im Internet unter www.hosentaschenbibel.de oder über die Universität Kassel, Fachbereich I, Herrn Prof. Dr. Horst Heinemann, 34109 Kassel. Erhältlich ist die Hosentaschenbibel auch auf dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin, wo sie am Stand der Akademie verteilt wird. Die Originalwerke von Gabriele Hafermaas werden im Haus der Bruderhilfe in Kassel ab 13. Juni werktags zu den üblichen Offnungszeiten ausgestellt. ,,

Die Redaktion

 


.Das Journal

für Menschen im Raum der Kirche.
Heft 2, 77 Jahrgang, Mai-Juli 2003

 

 

Quadratisch, praktisch, bunt:
Kinder-Hosentaschentaschenbibel

 
 


Bibel für die Hosentasche

Auf die Plätze, fertig los: Neuer Mut zum Erzählen

Göttingen (us) - Schildkröte Zappi ist immer dabei - ob beim Streit zwischen Kain und Abel, bei der Rettung der Arche Noah, beim Auszug aus Ägypten oder bei der Ankunft der Weisen aus dem Morgenland. 'Zap' ist heb räisch und bedeutet 'Schildkröte'. Erwachsene übersehen diese kleine grüne Detail oft auf den bunten Seiten der Hosentaschenbibel, doch Kinder entdecken das Tier meist auf Anhieb: Mal hat sich Zappi auf den Treppen des Tempels postiert, mal leistet sie dem kleinen Moses im Schilf Gesellschaft oder erträgt die Hitze des brennenden Dornbusches.

Die Bibel gerät in Vergessenheit

Kindern, die noch nicht lesen können, Geschichten weniger vorlesen sondern vielmehr erzählen. Das ist das Ziel von Herausgeber Prof. Dr. Horst Heinemann, Professor für Evangelische Theologie / Religionspädagogik an der Universität Kassel: "Wer kennt heute schon noch die Bibel? Viele Lehrer meinen sogar, man könnte Kindern heutzutage die Bibel nicht einemal mehr zumuten!" Das war die Erfahrung, die den Kasseler Professor dazu bewogen hat, "eine Bilderbibel so ansprechend zu gestalten, dass sie als Basiswissen für Kinder gelten kann". Heinemann entwickelte seine Idee zusammen mit seinen Studenten und Zeichnerin Gabriele Hafermaas, "die bis dahin noch keine Berührung mit der Bibel hatte". Es sollte eine Bibel her, die "in der Hosentasche überlebt". Ergebnis ist ein 7,5 mal 7,5 Zentimeter großes Büchlein, das wasserfest, bissfest und sogar bis 60 Grad waschbar ist.
Anhand von 27 Bildern und deren Geschichten sind Kinder eingeladen, ihre Eltern, Großeltern, Kindergärtnerinnen oder sonstige Erwachsene zu "löschern" - "Erzähl mir doch mal!" lautet daher der Aufruf, zu dem die Kinder beim Betrachten der Bilder motiviert werden sollen.
Dabei stehen nicht allein die kleinformatigen Bildchen im Vordergrund, sondern auch große kalenderblattartige Erzählbilder wollen entdeckt und kommentiert werden. Für die "Großen" ist der Inhalt der Geschichten mit einem historisch-kritischen Hintergrund aufbereitet - sowohl auf der Rückseite der großen Erzählbilder als auch in zwei begleitenden Büchern, ebenfalls von Heinemann herausgegeben: "Es geht mit dabei um den Ansatz, dass die Eltern die Geschichten als eine Erfahrung von Menschen vor unserer Zeit lesen und den Mut bekommen, sie als solc he an ihre Kinder weiterzugeben."
Der Professsor der auch religionspädagogische Seminare über Kinderbibeln an der Uni und spezielle Ezählseminare für Eltern, Großeltern und Kindergärtnerinnen anbietet, ist sich darüber klar, dass sich "Kinder besonders das merken, was ihnen Spaß macht".Darüberhinaus sollen sich die Erzählenden in den Geschichten wiederfinden. "Nur so ist es möglich, dass sie den biblischen Stoff auch entsprechend überzeugend und lebendig an die Kinder weitergeben können."
Besonders hilfreich sei hier auch das didaktische Hilfsmittel der kleinen Schildkröte Zappi, die nicht nur auf den Bildern auftaucht, sondern sogar 'life' dabei sein kann - in Form einer Handpuppe, die selbst den Tanz um das goldene Kalb oder Jesu einzug in Jerusalem erzählt.
So wird die Erzählperspektive des eigentlichen Erzählers ausgeblendet, und die Schildkröte erlangt um so mehr Wiedererkennungswert bei den Kindern, die gespannt ihr zuhören und nicht mehr Mutter oder dem Opa.

Todesszene Christi ausgeblendet

Trotz aller Bemühungen und kreativer Einfälle, Kindern die Bibel durch Bilder näher zu bringen, fällt doch auf, dass der zentrale Punkt der Christenheit fehlt: Der Kreuzigung Jesu wurde kein eigenes Bild gewidmet. "Es ist schwer, Kindern dieses Kapitel zu erschließen. Deshalb haben wir uns entschieden, in der Emmausgeschichte besonders auf die zurückliegende Kreuzigung einzugehen", sagt Heinemann und verweist auf die drei Kreuze von Golgatha im Hintergrund des Bildes.

 

 

 

Kirchen Zeitung
Die Woche im Bistum Hildesheim
Nr. 36, 5. September 2004

 
Evangelische Zeitung  

Bibelbilder aus der Hosentasche

Wenn biblische Geschichten wieder erzählt werden - ein Kinderbibelprojekt

Eine Frau versucht Schmetterlinge zu fangen. Hinter ihr läuft ein Mann. Nebeneinander schlafen ein Löwe und ein Schaf. Alles ist grün. Eine Affe streckt seinen Arm nach den reifen Früchten eines Baumes. Während ein Hase wartet, hüpft ein Frosch umher. Eine Schlange beobachtet, was geschieht. Alltag im Garten Eden.
Ganz ohne Text kommt die Hosentaschenbibel aus, die im Göttinger Verlag Vandenhoeck und Ruprecht erschienen ist. Sie gehört zu einem Erzähl-Projekt für Kinder, die noch nicht lesen können. Im Büchlein - miniklein und waschbar -, ist eine "Erzählschildkröte" in jeder Szene dabei (sie kann als Handpuppe für 24,50 Euro vom Verlag erworben werden). Außerdem gehören "Erzählbilder" dazu und "Erzählgeschichten".
Warum ist es wichtig, aus der Bibel zu erzählen? Weil diese Geschichten "Perspektive öffnen, Wege zeigen und Antworten versuchen auf unsere und die Fragen unserer Kinder", meint Herausgeber Horst Heinemann, Professor für Thelogie und Religionspädagogik in Kassel. Leider wird heute viel zu wenig aus der Heiligen Schrift erzählt. Deswegen haben sogar interessierte Christen mangelhafte biblische Kenntnisse. Gegen diese Tendenz steuert die Hosentaschenbibel. Ihr Ziel ist, bei den Kindern die Lust auf Zuhören und bei den Erwachsenen die Lust auf Erzählen zu wecken.
Erzählen geschieht anders als Vorlesen. Wie jeder erzählen kann, erläutert Heinemann in seinem Buch "Kindern biblische Geschichten erzählen", das zur Hosentaschenbibel gehört. Schritt für Schritt entdeckt der Erzählende schon für sich eine Ausrichtung der einzelnen Geschichten. Und dann hat die Phantasie freien Lauf.
27 Geschichten aus dem Alten und dem Neuen Testament bieten genügend Anregungen für alle, die in die Erziehung einbezogen sind: In erster Linie Eltern und Erziehende, dann Lehrende, Diakoninnen und Diakonen, wie auch Pastorinnen und Pastoren.
Besonders schön und eindrucksvoll sind die Bilder von Gabriele Hafermaas, in denen die Kinderaugen immer etwas Interessantes entdecken können. Dennoch wäre für eine zweite Auflage wünschenswert, dass noch mehr Geschichten dabei wären, etwa die Pharaos Träume, die Himmelfahrt und warum nicht? – die Kreuzigung.
Erzählen sei "immer etwas Besonderes und sollte als solches für alle Beteiligten erkennbar sein". Zwischen den Erzählenden und den Zuhörern wächst eine "Erzahlgemeinschaft". Im Internet gibt’s unter www. hosentaschenbibel.de weitere Informationen.

Francesca Alimonti-Burandt

 

 

 

 

EZ Nr. 38, Seite 14

Glaube & Leben

19. September 2004

 


Das Wort zum Sonntag

 

Hosentaschenbibel

Bücher, Bücher ohne Ende. Über 350.000 werden hier auf der Internationalen Buchmesse präsentiert. Dreihundertfünfzigtausend verschiedene Buchtitel!
Eine Riesenmenge, eigentlich völlig unüberschaubar. Grob sortiert nach Fachbüchern und Belletristik, hier Schulbücher, da Comics, dort die prachtvollen Bildbände. Schwer haben es da die unscheinbaren Formate und die kleinen Bücher. Obwohl: da können manchmal die besten Sachen drin stehen.
Ich habe bei meinem Streifzug durch die Buchmesse eine ziemlich kleine und doch zugleich bemerkenswerte Buchentdeckung gemacht. Es ist dieses blaue Büchlein von der Größe eines Handtellers. Vorn drauf ist ein Fisch und innen drin - steht so gut wie kein Text. Statt dessen sind da siebenundzwanzig Bilder abgedruckt. Jedes steht für eine biblische Geschichte. Zum Beispiel die von Adam und Eva im Paradies. Auf jedem Bild gibt es viele Einzelheiten zu entdecken.
"Hosentaschenbibel" heißt das Ganze. Und dabei ist an die Hosentasche der 3- bis 5-jährigen gedacht, also der Kinder, die selbst noch nicht oder noch nicht gut lesen können, dabei aber im besten Fragealter sind. Für Eltern und Großeltern gibt es die 27 Geschichten noch einmal in Textform zum Nachlesen und zum Beantworten der Kinderfragen. Eine schöne Methode, der nächsten Generation schon früh biblische Geschichten nahe zu bringen.
Und das ist ja so wichtig! Denn die Bibel ist nicht nur ein Buch, das man irgendwann mal liest, um bestimmte Informationen zu bekommen. Die Bibel ist auch dafür gut. Aber für mich und viele andere Menschen ist sie mehr: Sie ist wie eine Heimat und die biblischen Erzählungen sind so etwas wie ein bergender Raum.
Martin Luther schreibt mal: "Der ganze Mensch muss in das Evangelium kriechen." Der große Martin Luther! Versucht nicht die Bibel in den Kopf zu bekommen, sonder sich in die Bibel hinein zu bergen. Der hat gewusst, wie das ist: dass mir manchmal Hören und Sehen vergeht, wenn der eine das sagt und die andere das von mir fordert. Oder wie das ist, wenn einer sich isoliert hat, weil er sich verstiegen hat in seinen verkehrten Weg.
"Ins Evangelium kriechen" - das heißt: hier Platz für die aufgewühlte Seele zu finden. Zu spüren und sich sagen zu lassen, dass Gott sich gerade um die auf dem falschen Weg kümmern will - wie ein Hirte sein Schaf.
So schön diese Bilder sind, die Bibel ist nicht eine Idylle, in die ich flüchte, um den Anforderungen des Lebens zu entgehen. Aus den Geschichten der Bibel spricht vielmehr eine Stimme, von der ich mir auch mal was sagen lasse, von der ich mich korrigieren lasse und an der ich mich orientieren kann. Im Leben und im Sterben.
Aber wenn die Bibel so etwas wie eine Heimat werden soll, in der ich mich zu Hause fühle, dann geht das nur so wie bei jeder Heimat: die muss man sich erobern, aneignen. Möglichst schon als Kind durchstreifen: Heimliche Verstecke finden. Sich die Wege vertraut machen. Und sich die schönsten Plätze und Stellen merken für besondere Zeiten. Diese Hosentaschenbibel ist soetwas wie ein erster Wegweiset in noch unbekanntem Gelände. ............Helwig Wegner-Nord

 

 

Das Erste

Sendung vom 9.Oktober 2004

 

DER EVANGELISCHE BUCHBERATER

 


Die kleine Hosentaschenbibel, die Illustrationen der Hosentaschenbibel großformatig wiedergegeben, mit Erzählungsanleitungen und -beispielen ergänzt und eine Annäherung an die Texte.

Es handelt sich hier um ein Gesamtwerk: Die Bilder von G. Hafermaas zu ausgewählten biblischen Geschichten aus der kleinen textlosen Hosentaschenbibel sind auf festen Einzelblättern in großem Format (DIN A 3) wiedergegeben und auf deren Rückseite mit Anregungen zur Bildbetrachtung und Erzählbeispielen verschiedener AutorInnen versehen. Die Illustrationen, die begleitend zum Erzählen von den Zuhörern angeschaut werden sollen, sind sehr dramatisch gestaltet, ausdruckstark und farbenkräftig. - Dazu gibt der Kasseler Religionspädagoge H.Heinemann bibelwissenschaftliche Informationen, fantasieanregende "Annnäherungen" an die biblischen Texte, die deutlich als aus Ursprungssituationen verstehbare wirkliche Erzählungen präsentiert werden, und Überlegungen zum Verständnis der Kinder - dies alles in lerserfreundlichem, klaren Sprachstil. Beim Thema "Passion" zeigt sich eine überlegte Auswahl, die im Hinblick auf den kindlichen Rezeptienten "tröstliche" Geschichten mit gutem Ausgang wählt (Emmausjünger).
Geeignet für alle, die Kindern aus der Bibel erzählen: Kindergottesdienst, Kindergarten, Grundschule..

Reinmar Tschirch

 

 

........................Heft 4/ 2004, S. 523

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..Hosentaschenbibel
..Die Erzählbilder zur Hosentaschenbibel
..Kindern biblische Geschichten erzählen

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Göttinger Tageblatt

Sonnabend, 19. März 2005

 

 

Kirche in dieser Zeit
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Bibel-Geschichten in Bildern
Ga
briele Hafermaas hat die Bilder für die Hosentaschenbibel für kleine Kinder gestaltet


Spezialisiert auf Kinderbücher: die Künstlerin Gabriele Hafermaas in ihrem Atelier in Immenhausen ...........,,,,Hinzmann

Es sei eigentlich „ein bisschen Zufall" gewesen, dass Horst Heinemann mit seinem Projekt „Hosentaschenbibel" auf sie zugekommen sei, sagt Gabriele Hafermaas im Rückblick.Die Künstlerin hat 27 Bilder für die reißfeste kleine Bibel geschaffen, die für Kinder gedacht ist, die noch nicht lesen können. Die Bilder zu biblischen Motiven sollen die Erwachsenen anregen, den Kindern die zugehörigen Geschichten zu erzählen.

Hafermaas ist auf Kinderbücher spezialisiert. Unter den etwa 30 Büchern, für die sie bislang Illustrationen geschaffen hat, sind nur zwei Bücher für Erwachsene. „Die schönsten Kindergebete" hat sie illustriert, „Paco baut eine Krippe", „Das dankbare Huhn" oder auch ein Kinderbuch zum Bauernkrieg. Bücher mit ihren Illustrationen sind unter anderem bei Dtv und im Patmos-Verlag erschienen.

In „ Bruchbude" gezogen

Die Künstlerin wohnt in der Nähe von Hann. Münden in Immenhausen auf einem alten Fabrikgelände. Inmitten verfallener Fabrikgebäude hat sie dort im ehemaligen Fabrikantenhaus ihr lichtdurchflutetes Atelier und ihre Wohnung eingerichtet. 1996 ist sie dort eingezogen: „Es war eine richtige Bruchbude", sagt sie. Vorher sei dort ein Jugendzentrum gewesen. Mit in dem Haus wohnt auch eine freie Malerin, die dort ebenfalls ihr Atelier hat.

Das Konzept und die Auswahl der 27 Bilder für die Hosentaschenbibel stammen laut Hafermaas von Heinemann. Der Herausgeber ist seit 1991 Hochschullehrer für Evangelische Theologie und Religionspädagogik an der Universität Kassel. Mit Heinemann sei die Zusammenarbeit sehr gut gewesen, berichtet Hafermaas: „Er reißt mit, begeistert." Er vermittle Religion nicht als etwas Trockenes, sondern als etwas Lebendiges.

Die Motive waren also vorgegeben - und Hafermaas machte sich an die Arbeit, einen langwierigen Produktionsprozess mit Entwürfen und Reinzeichnungen. Hafermaas sagt selbst von sich, dass sie nicht besonders schnell malt: „Es dauert seine Zeit mit den Entwürfen." Für ein Bild wie für die Hosentaschenbibel benötige sie mindestens eine Woche. Insgesamt habe sich die Arbeit für das Projekt sicher über ein Jahr hingezogen. Sie werfe auch viel weg, so die Künstlerin.

 Reiß fest, beiß fest

 Die Bilder der Hosentaschenbibel seien mit Aquarellfarben auf Papier entstanden, erläutert Hafermaas. Sie fülle meistens eine Vorzeichnung mit den Farben aus. Die Tiefe ihrer Aquarellfarben erreiche sie, indem sie immer wieder übermale. Das Material der Hosentaschenbibel ist reißfest, beißfest, wasserfest. Entsprechend schwierig sei der Druck auf dem besonderen Material gewesen, berichtet Hafermaas. Das Ergebnis kommt offenbar an: Die Hosentaschenbibel, im Sommer 2004 im Göttinger Verlag Vandenhoeck & Ruprecht erschienen (GT berichtete), schaffte es im Oktober sogar ins „Wort zum Sonntag" der ARD und wurde dort von Pfarrer Helwig Wegner-Nord als „bemerkenswerte Buchentdeckung" gelobt. Etwa 20000 Exemplare der Hosentaschenbi­bel seien in gut einem halben Jahr bereits verkauft worden, sagt Verlags-Mitarbeiterin Regi­na Lange. Von einer Ausgabe der Bilder im DIN-A-3-Format mit Texten auf der Rückseite der Bilder werde es einen Nach­druck geben, so Lange. Die Er­gebnisse seien für den Zeitraum „auf alle Fälle, erfreulich". Auch auf der Bildungsmesse in Stutt­gart sei das Projekt sehr gut angekommen.

Der Weg zur Illustratorin war für die heute 64-Jährige nicht leicht. Nach ihrer Grafikausbildung an Werkkunstschulen, dauerte es etwa bis zu ihrem 40. Lebensjahr, ehe sie regelmäßig Aufträge bekam. Privat ist Hafermaas heute auch nach Hann. Münden orientiert: Sie singt dort im Kirchenchor St. Blasius.

„Gabriele Hafermaas erzählt die Geschichten der Hosentaschenbibel in Bildern, die die Phantasie der Kinder beflügeln und den Wusch in ihnen wecken: 'Erzähl mir doch bitte die Geschichte!'", heißt es auf der Internet-Seite zur Hosentaschenbibel (www.hosentaschen--bibel.de). Sie stelle sich vor, wie es gewesen sein könnte, und versuche, sich in die Vergangenheit hineinzuversetzen, sagt Hafermaas. Wenn es geht, bemühe sie sich auch in ihren Bildern in jedem Buch eine Kleinigkeit unterzubringen, die nicht im Text vorhanden sei. Bei der Hosentaschenbibel stamme die Idee, in jedem Bild eine Schildkröte als ein verbindendes Element unterzubringen, von ihr. Diese Idee sei dann aufgegriffen worden - es gibt sogar eine Schildkröte als Erzählhandpuppe zur Hosentaschenbibel. Auf eine Schildkröte ist Hafermaas auch aus praktischen Erwägungen gekommen - weil das Tier sowohl im Wasser als auch auf dem Land leben könne.

 
 

 

 
 
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